125 Jahre Kirchengemeinde Oftersheim: ein Fest voller Dankbarkeit, Musik und guter Laune

Am Sonntag, 4. Oktober 2026, feierte die Evangelische Kirchengemeinde Oftersheim ihr 125-jähriges Bestehen: mit jeder Menge Gästen im Festgottesdienst, einem herzlichen Empfang und einem kabarettistischen Ausklang.

Ein Tag, an dem man die Gemeinde gespürt hat
Die Christuskirche war festlich gefüllt, als Pfarrer Dr. Simon Layer und Pfarrerin Dr. Anja Bork gemeinsam durch den Gottesdienst führten. Dass das Jubiläum genau auf das Erntedankfest fiel, passte hervorragend. Gefeiert wurde alles, was in 125 Jahren gewachsen ist, und das ist eine ganze Menge.
Vom kleinen Anfang zur lebendigen Gemeinde
Vor 125 Jahren wurde die ehemalige Filialgemeinde Schwetzingens selbstständig und der Anfang war gemacht. Es entwickelte sich eine Gemeinde, die so kräftig wuchs, dass die alte Kirche bald zu klein war. In den 1950er Jahren entstand die große Christuskirche, deren Grundstein 1956 gelegt wurde. Im Jahr 2000 kam der große Gemeindesaal dazu, und heute wird Oftersheim von zwei Pfarrstellen betreut.
Das Motto des Tages, aus wenig mehr machen, stammt aus der biblischen Geschichte von der Speisung der Viertausend: Wo geteilt wird, werden alle satt. In einem lebendigen Zwiegespräch blickten die beiden Geistlichen auf die Gemeindegeschichte zurück, und auch Gemeindeglieder erzählten, was ihnen an „ihrer“ Kirche am Herzen liegt. Die Predigt machte Mut zur Dankbarkeit: Der Blick darf auf das gehen, was da ist und das ist in Oftersheim erwartungsgemäß viel.
Musik, Kerzen und ein großes Danke
Der Gottesdienst lebte von seinen Mitwirkenden. Der Posaunenchor unter Bezirkskantor Paul Hafner, der Flötenkreis unter Britta Fellenberg und der Regio-Chor Nordwest unter Michael Leideritz sorgten für festliche Klänge, an der Orgel spielte Paul Heilmann. Johannes Haid vom Kirchengemeinderat trug den biblischen Text vor. Ein Highlight war sicherlich, als spontan Menschen aus Oftersheim ihre liebsten Erlebnisse und ihre schönsten Erinnerungen teilen durften. Zum Segen zogen Kinder aus den Kindergärten singend in die Kirche ein.
Ein bewegender Moment war das gemeinsame Gedenken: Kerzen wurden entzündet für alle, die diese Gemeinde über 125 Jahre aufgebaut und mit Leben gefüllt haben. Gedankt wurde denen, die im Rampenlicht standen, und denen, die im Hintergrund anpackten. Dazu gehören Ehrenamtliche und Hauptamtliche, die Gruppen und Kreise, die Teams in Büro, Kirche und Kindergärten sowie alle, die Tag für Tag mit anpacken.
Grußworte voller Wertschätzung
Schuldekan Christian Lang blickte zuversichtlich in die Zukunft, lobte das gute ökumenische Miteinander und die neu gestaltete Außenanlage der Christuskirche, die Natur und Spiritualität verbindet. Judith Schmitt-Helfferich von der katholischen Kirchengemeinde Mittlere Kurpfalz erinnerte mit einer kleinen Königsfigur an die Würde jedes Menschen und verschenkte kleine Kronen zum Weiterreichen. Bürgermeister Pascal Seidel würdigte die Kirche als verlässlichen Partner der politischen Gemeinde und als Kraft, die das Miteinander im Ort stärkt.
Empfang und Kabarett: Feiern mit Herz und Humor
Nach dem Gottesdienst ging das Fest beim Empfang weiter. Es wurde geplaudert, gelacht, angestoßen und viel gelobt. „Ein richtig festlicher Gottesdienst und trotzdem so herzlich und nah“, schwärmte ein Gast. „Man hat gespürt, wie viele hier mit Herzblut dabei sind“, meinte eine andere Besucherin. Und jemand fasste zusammen: „Bei dieser Musik hatte ich Gänsehaut, auf diesen Tag können wir lange stolz sein.“
Rund 80 Gäste blieben zum Abschluss noch da, um Pfarrer und Kabarettist Wolfgang Bayer zu erleben. Sein Programm „Biblische Delikatessen – kabarettistisch verfeinert“ führte vom Psalm im Google-Zeitalter bis zu Gott an der Tankstelle und bewies: Kirche und Lachen passen bestens zusammen.
Mit Zuversicht ins nächste Kapitel
Zum 1. Januar 2027 schließt sich Oftersheim mit Brühl, Eppelheim, Ketsch und Plankstadt zur Kirchengemeinde Nordwest zusammen. Das Jubiläum hat gezeigt, dass Oftersheim diesen Schritt selbstbewusst und mit Vorfreude geht, so wie schon vor 125 Jahren, als ein mutiger Neuanfang die Gemeinde stark gemacht hat.
Ein herzliches Dankeschön an alle, die mitgefeiert, mitgewirkt und mitgeholfen haben!