„Rechtsstaatlichkeit und Menschenrechte gelten für jeden“
Landesbischöfin Heike Springhart zeigt sich besorgt nach Verhaftung von junger Palästinenserin
Karlsruhe/Birzeit, (02.06.2026). In Birzeit, im Westjordanland, ist am Dienstagmorgen (2. Juni) die palästinensische Christin Natalie Abudayyeh von israelischen Sicherheitskräften in ihrer Studentenwohnung festgenommen worden. Darauf machte Imad Haddad, Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Jordanien und im Heiligen Land, zu dessen Kirche die Studentin gehört, in einem Statement aufmerksam. Nach seinen Angaben wurde sie gemeinsam mit drei weiteren Frauen mit Waffengewalt festgenommen. Der Aufenthaltsort der Studentin ist nicht bekannt.
Bischof Haddad zeigte sich tief erschüttert über den Vorfall. Er forderte die sofortige Freilassung Abudayyehs und kritisierte, dass sie sich nun in einer Situation befinde, die viele Palästinenserinnen und Palästinenser beträfe: Haft ohne Anklage und Gerichtsverfahren. Die Evangelisch-Lutherische Kirche stehe in Solidarität mit der Familie sowie den betroffenen Gemeinden und bete für die Sicherheit der Festgenommenen.
Auch die badische Landesbischöfin Heike Springhart äußerte sich besorgt, als sie von dem Vorfall erfuhr, und betet für die Studentin. „Rechtsstaatliche Prinzipien und die Menschenrechte gelten für jeden Menschen – egal, welcher Religion sie oder er angehört. Das gilt auch für die Menschen in Israel und Palästina.“ Zugleich betonte Springhart, dass Willkür und Gewalt auf allen Seiten nicht weiter eskalieren dürfen. „Maßstab allen Handelns muss sein, die Grundlagen für ein friedliches Zusammenleben in der Zukunft zu stärken. Festnahmen wie die von Natalie Abudayyeh gehören nicht dazu.“

