Gottesdienst in Corona-Zeiten – zwei Erfahrungsberichte

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Einen Artikel von Maria Herlo (Schwetzinger Zeitung) finden Sie hier:
https://www.morgenweb.de/startseite_artikel,-oftersheim-der-gottesdienst-soll-froehlich-sein-_arid,1640945.html

Das Gottesdienst-Ordner-Team begrüßt die Gottesdienstbesucherinnen und -besucher

Auch Martina Aßmann (Kirchengemeinderätin) hat ihre Gedanken zum Sonntagmorgen aufgeschrieben:
Corona lässt grüßen – Sonntag, 17. Mai 2020 – ein Datum – ein Novum in der Oftersheimer Kirchengeschichte

Um 9: 15 treffen sich 2 Pfarrer, 4 Kirchenälteste und der Kirchendiener zur Vorbereitung des ersten Gottesdienstes in der Corona-Zeit. Da ich dem „erlauchten“ Zirkel angehöre, schreite ich gespannt Richtung Kirchenportal und stelle direkt davor unglaubwürdig fest, dass ich die falsche Handtasche, nämlich die ohne Maske trage. Keine Sorge, die Kirche ist bestens vorbereitet und unser Kirchendiener Herr Müller wedelt mir mit einem Exemplar in der Hand beim Eintreffen entgegen.

Erstaunt stelle ich fest, dass sich unsere Prachtkirche offenkundig Coronabedingt augenscheinlich im Baustellen-Modus befindet. Wo man hinschaut: rot-weiße Absperrbänder, sogar auf dem Boden Markierungspfade- und Pfeile. Die Bänke mit Platzkarten und Stiften versehen, am Eingang Stehtische mit Desinfektionsflaschen und Masken. OK, die Verantwortlichen haben schon mal einen guten Job gemacht. – an alles gedacht und umgesetzt.

Erst einmal Durchatmen – ich zwicke mich, irgendwie kann das doch nur ein Traum sein? Doch dagegen spricht, dass ich mich plötzlich des Abstands wegen inmitten eines großen Kreises der Verantwortlichen befinde und gleich nach der Besprechung, den von mir gewählten Posten zur Hand-Desinfektion der Besucher einnehme. Weitere zwei Ordnungskräfte mögen sich bitte für einen Posten vor der Kirche melden zum Zählen der Besucher, max. 48 sind erlaubt, ab Nr. 49 werden die gedruckten Predigten ausgeteilt. Die Besucher sind in 4 Platzzonen aufgeteilt und je nach Zone, ist der Besucher angehalten einen der bestimmten 4 Ausgänge zu nehmen.

Also los: 9:30 Uhr haben alle Ihre Stellungen eingenommen und wir sind sehr gespannt, wer kommen wird und vor allen Dingen wie viele, denn keiner möchte in die unliebsame Lage kommen einen Besucher wieder nach Hause schicken zu müssen. Um es abzukürzen, Punkt 10 Uhr waren 22 Besucher in der Kirche und die Orgel schien tatsächlich nicht Coronainfiziert, sondern Hr. Ruhland entlockte ihr wie gewohnt facettenreich alle Arten von Melodien.

Zu Beginn zückte Herr Pfarrer Habicht mit dem YouTube Video „Singen verboten“ gleich mal das erste Ass aus dem Ärmel. Humorvoller und treffender hätte die absurde Situation textlich und filmisch nicht ausgedrückt werden können und auch auf die Mundschutzplicht musste hingewiesen werden. Aus Zeitgründen, nur 30 Min. sollte der Gottesdienst dauern, wurde die Liturgie gekürzt und das sei noch erwähnt hielt die neue Kirchenälteste, Frau Dagny Pfeiffer, ihre erste Lesung so souverän und mit Bravour als hätte sie nie was anderes gemacht.  Zum Sonntag „Rogate“; der eine Ermutigung zum Gebet und Fürbitte ausspricht, könnte man ganz flapsig sagen, dass beim Beten nichts falsch zu machen geht und wenn Dir partout gar nichts einfallen mag, liegst du mit dem Vaterunser stets auf der sicheren Seite.

Tja, da saßen nun knapp 30 Menschen mit Mundmaske in großen Abständen im Haus, ohne Gesang doch immerhin mit einträchtigem Gemurmel der Gebete und blickten auf das gewohnte Bild: Das Kreuz, den Pfarrer, Altar, Kanzel und Taufbecken. Die Blicke nach rechts oder links begegneten sich vielsagend und …. die Gemeinschaft war nach 9 langen Wochen spürbar wieder da. Danke für diese wertvolle halbe Stunde.

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