Auf dem Weg durch die Karwoche… Fortsetzungsgeschichte für Große und Kleine

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Was für eine Geschichte: Jesus zieht in Jerusalem ein, er feiert mit seinen Freunden das Abendmahl, er wird gefangen genommen und stirbt. Er wird begraben. Und dann geschieht das Unglaubliche…

Lasst Euch/lassen Sie sich mitnehmen nach Jerusalem, an den Ort, an dem alles geschah…

(Die folgenden Texte sind von Pfarrerin Claudia Erfeld. Sie war bis 2017 Vikarin in unserer Gemeinde und ist jetzt Pfarrerin in Mannheim.)

Jesus macht sich auf den Weg

Hallo! Ich bin Susi.
Ich bin eine Fliege. Und ich lebe in Israel.
Normalerweise ist es ziemlich ruhig hier, wo ich bin: Sand und Steine und hin und wieder ein dürrer Strauch oder ein kahler Baum. Mehr gibt es nicht.

Aber in diesen Tagen ist alles anders.
Ganz viele Menschen laufen auf dem staubigen Weg an mir vorbei: Männer und Frauen, ganz alte Leute und auch ganz kleine Kinder. Alle sind auf den Beinen. Alle laufen in dieselbe Richtung. Alle wollen nach Jerusalem.
„Ich freue mich schon so auf das Fest!“ ruft ein kleiner Junge, als er gerade eine Pause macht und etwas isst. „Ja, ich mich auch“, sagt seine Oma. „Das Passa-Fest ist das größte Fest für uns Juden. Deshalb gehen wir alle nach Jerusalem. Da steht der große Tempel, in dem wir singen und zu Gott beten. Da treffen wir all die anderen. Und es gibt ein richtiges Festessen: Lammbraten – sehr lecker! Das Passa-Fest ist immer etwas ganz besonderes. Du wirst sehen: Es wird richtig schön!“
Und es stimmt: Die Leute, die an meinem Stein vorbeigehen, sehen wirklich fröhlich aus.

Da kommen schon wieder welche. Sie bleiben kurz stehen und trinken etwas. Auch sie lachen und reden fröhlich miteinander. Dann gehen sie weiter.
Nur einer von ihnen sieht nicht so glücklich aus. Er ist ganz still und bleibt zurück. „Was ist mit dir, Jesus?“ fragt ihn einer seiner Freunde. „Freust du dich nicht, dass wir nach Jerusalem gehen? Es wird bestimmt ein schönes Passa-Fest!“ 
„Ich weiß nicht“, antwortet Jesus. „Ich habe so ein mulmiges Gefühl…“

Als Jesus weitergeht, fliege ich hinterher. Da muss ich mit!

Ich fliege hinter Jesus her. Er und seine Freunde sind auf dem Weg nach Jerusalem. Dort wollen sie das Passa-Fest feiern: So wie ganz viele andere auch. Die Stadt wird richtig voll – wie bei einem Volksfest. Jesus und seine Freunde laufen über den staubigen Weg. Jetzt biegen sie um einen Hügel – und dann endlich sehen wir Jerusalem: Da sind hohe Mauern, viele Häuser und Straßen und mittendrin der große Tempel.

Jesus setzt sich in den Schatten eines Baumes. Er trinkt etwas. Er ist erschöpft. „Holt mir einen Esel“, sagt er zu seinen Freunden. „Ich will auf einem Esel weiterreiten.“ Zwei seiner Freunde machen sich auf den Weg. Kurze Zeit später kommen sie zurück. Sie haben einen Esel dabei! Keine Ahnung, wo sie den herhaben…
Ich mag den Esel – ich krieche in seine Mähne.
Jesus steht auf. Er setzt sich auf den Esel. Der Esel läuft los. Die Freunde von Jesus laufen hinterher. So kommen wir immer weiter in Richtung Jerusalem.

Um uns herum wird es immer voller. So viele Menschen laufen denselben Weg wie wir!
„Schaut mal! Da reitet einer auf einem Esel!“ ruft plötzlich ein Mädchen. Einige Menschen drehen sich um und gucken. „Tatsächlich“, sagt ein Mann. „Vielleicht wird er unser neuer König. Wer sonst würde hier reiten?“
„Ein neuer König?“ Aufgeregt rufen die Menschen durcheinander. „Kriegen wir einen neuen König?“ „Einen der gut auf uns aufpasst?“ „Gerecht soll er sein! Und dafür sorgen, dass es uns allen gut geht!“ „Da kommt unser neuer König!“

Die Leute stellen sich zu beiden Seiten des Weges auf. Sie reißen Zweige von den Bäumen. Einige ziehen sogar ihre Mäntel aus. Die Zweige und die Mäntel legen sie auf den Weg. So muss der Esel, auf dem Jesus sitzt, nicht durch den Staub laufen.
„Hosianna!“ rufen die Leute laut, als Jesus an ihnen vorbeikommt.
„Wir grüßen den neuen König! Er richtet das Königreich von David wieder auf.
Gott hat ihn geschickt, um uns alle zu retten. Gott segne ihn!
Gepriesen sei Gott in der Höhe! Hosianna!“

Wenn Du magst…
… schneide Blätter und Mäntel aus buntem Papier aus und klebe sie auf den Weg.
… sing mit deinen Eltern „Jesus zieht in Jerusalem ein“, Strophen 1-4. Es steht im Gesangbuch Nr. 314 oder auch hier: https://bit.ly/39udOuz. Hören kannst du es z.B. hier: https://bit.ly/2ykYK5t.
… überleg mal: Wie ist ein guter König? Was tut ein guter König?
… erzähl deinen Eltern, wer alles gut auf dich aufpasst und für dich sorgt.
… danke Gott dafür, dass es diese Menschen gibt.

Endlich sind wir in Jerusalem angekommen.
Alle Herbergen sind voll – so viele Leute sind hier, um das Passa-Fest zu feiern. Aber Jesus und seine Freunde haben trotzdem noch ein Zimmer gefunden.
Heute Abend fängt das Passa-Fest an. Alle essen Lammbraten. Auch Jesus will mit seinen Freunden ein Passa-Lamm essen. Er schickt sie los, damit sie alles einkaufen und vorbereiten. Ich mache es mir an der Wand gemütlich.

Jesu Freunde decken den Tisch. Sie stellen Kerzen auf. Sie braten ein Lamm. Brot und Wein gibt es auch. Am Abend setzen sich alle zusammen an den Tisch. Alle freuen sich auf das Festmahl. Jesus und seine Freunde essen miteinander. Sie reden und lachen. Als es dunkel wird, zünden sie die Kerzen an.
Plötzlich wird Jesus ganz ernst. „Ich muss etwas Wichtiges mit euch besprechen“, sagt er zu seinen Freunden. Sie schauen ihn an. „Einer von euch wird mich verraten. Einer von euch wird den Römern sagen, wo ich bin.“ Da sind die Freunde ganz traurig. Einer nach dem anderen fragt: „Werde ich dich verraten?“ „Einer von euch wird es tun“, sagt Jesus, „einer, der jetzt mit mir zusammen isst. Die Römer werden mich gefangen nehmen. Dann bin ich nicht mehr bei euch. Dann seid ihr allein.“

Alle sind ganz still.
Da nimmt Jesus ein Brot. Er sagt zu Gott: „Danke für das Brot!“ Dann bricht er das Brot in Stücke. Jedem seiner Freunde gibt er ein Stück. Er sagt: „Nehmt und esst. Das ist mein Körper. Für Euch alle gebe ich ihn her.“
Ich halte den Atem an. Das ist alles so feierlich. Und zugleich macht es mir Angst. Was genau meint Jesus?
Dann nimmt Jesus einen Becher mit Wein. Er sagt zu Gott: „Danke für den Wein!“ Er gibt den Becher seinen Freunden. Er sagt: „Trinkt alle daraus. Das ist mein Blut. Ich vergieße es für euch alle. Weil ich euch liebhabe. Weil Gott euch liebhat. Er verzeiht euch alles, was ihr Schlechtes getan habt.“

Noch immer verstehen die Freunde nicht. Aber jeder von ihnen isst ein Stück Brot und trinkt einen Schluck Wein. Später werden sie sich sehr genau daran erinnern.

Wenn Du magst…
… backe mit Deinen Eltern ein Brot. Ein einfaches Rezept dafür gibt es hier: https://bit.ly/3avk9ai.
… decke den Abendbrottisch besonders schön. Bevor Ihr esst, singt gemeinsam „Danket, danket dem Herrn“ (Ev. Gesangbuch 336; https://bit.ly/2QUmsM8; zum Hören: https://bit.ly/2wNnvqy)Dann nehmt eine Scheibe Brot und brecht für jeden ein Stück davon ab. Gebt euch die Stücke gegenseitig und sagt dazu: „Gott sorgt für uns“. Danach esst Ihr ganz normal Euer Abendbrot. Am Ende nehmt einen Becher mit (Trauben-)Saft. Gebt den Becher von einem zum anderen und sagt dazu: „Gott ist immer bei uns.“ Jeder nimmt einen Schluck aus dem Becher. Danach singt ihr noch einmal „Danket, danket dem Herrn“.

Ja, und dann… Jesus hat gesagt, seine Freunde sollen ihn in einen Garten begleiten. Er wollte mir Gott sprechen und ihm alles erzählen. Seine drei besten Freunde hat er mitgenommen. Bleibt hier ein bisschen wach mit mir, hat er sie gebeten. Ich habe es genau gehört. Aber die drei waren so traurig und ängstlich, dass sie einfach eingeschlafen sind. Sie haben es nicht geschafft, für Jesus wach zu bleiben und für ihn zu beten. So ist es manchmal, wenn die Angst zu groß ist. Aber Jesus war traurig. Er muss sich ganz alleine gefühlt haben.

Jesus wird gekreuzigt

Unsanft werde ich geweckt: Drei Freunde von Jesus kommt ins Zimmer gerannt. Sie schreien und weinen. „Was ist los?“ fragen die andern. „Wo ist Jesus?“ „Die Römer haben ihn!“ schluchzen die drei. „Wir waren im Garten. Jesus wollte beten. Wir sollten aufpassen. Aber dann kamen ganz viele Soldaten. Mit Schwertern! Sie haben Jesus mitgenommen.“

Jesu Freunde laufen nach draußen. Ich fliege hinterher. Wir gehen zum Palast des römischen Statthalters. Der heißt Pontius Pilatus.


Da geht die Tür des Palastes auf. Soldaten kommen heraus. Zwischen ihnen läuft Jesus. Die Soldaten machen sich über Jesus lustig. Sie befehlen ihm, dass er ein Kreuz mitnehmen soll: ein großes, schweres Kreuz. So groß wie ein Baum. Jesus legt sich das Kreuz auf die Schulter und schleift es den Weg entlang. Die Soldaten treiben ihn an: Er soll schneller gehen.


Jesu Freunde bleiben stehen. Sie trauen sich nicht, mitzugehen. Ich bleibe bei ihnen.
Erst am Nachmittag, als alle weg sind, gehen wir in dieselbe Richtung. Wir wollen wissen, was mit Jesus passiert ist.

Wir kommen zu einem Berg. Der Berg heißt Golgatha. Oben auf dem Berg stehen drei große Kreuze. Als wir näher kommen sehe ich: An einem der Kreuze hängt Jesus. Die Römer haben Jesus ans Kreuz genagelt!
Plötzlich wird es ganz dunkel – und das mitten am Nachmittag. Der Boden wankt unter unseren Füßen. Es gibt einen Riesenlärm: als würde die ganze Welt schreien.
Dann ist es wieder still. Unheimlich still. Nur ein Flüstern ist zu hören: „Jesus ist tot“, flüstern sich die Menschen zu. „Gerade eben ist Jesus am Kreuz gestorben.“

Ein fremder Mann nimmt den toten Jesus vom Kreuz. Er wickelt ihn in ein weißes Tuch und legt ihn in eine Felsenhöhle, in ein Grab.
Das alles ist zu viel für seine Freunde. Sie weinen und schluchzen. Ganz verzweifelt gehen sie zurück ins Haus. Jesus ist tot! Sie wissen nicht, wie es weitergehen soll.

Jesus ist auferstanden!


Liebe Eltern, bitte legen Sie heute einen großen Stein, 10 Teelichter und ein Streichholz bereit. Wofür die gedacht sind, steht in der Geschichte. 😊

Ganz früh bin ich heute schon draußen unterwegs. Ich brauche ein bisschen frische Luft. Es ist so traurig bei den Freunden von Jesus.
Draußen sehe ich zwei Frauen. Sie laufen schnell. Sie haben es eilig. Was die wohl vorhaben? Ich fliege hinterher.
„Was machen wir nur mit dem Stein?“ fragt die eine. [den Stein hinlegen]
„Welchen Stein meinst du?“ entgegnet die andere. „Na, den Stein, der vor der Höhle liegt. Den Stein, mit dem sie das Grab zugemacht haben. Fünf starke Männer waren nötig um ihn dorthin zu schieben! Wie sollen wir ihn wieder wegbekommen?“

Aber als sie an Jesu Grab ankommen, ist es offen. Der Stein ist zur Seite geschoben. Und oben darauf sitzt ein Engel. [Teelicht anzünden und auf den Stein stellen; alle weiteren Teelichter werden an diesem Teelicht angezündet]
Die beiden Frauen sehen sich an. „Was hat das zu bedeuten?“ Flüstert die eine. Die andere zuckt mit den Achseln. „Keine Ahnung“, antwortet sie.
„Kommt näher, ihr Frauen“, sagt der Engel zu ihnen. „Ich weiß schon, was ihr wollt. Ihr wollt zu Jesus. Aber er ist nicht hier.“
„Was soll das heißen – er ist nicht hier? Wo soll er denn sonst sein?“
„In seinem Grab werdet ihr ihn nicht finden“, antwortet der Engel. „Jesus ist nicht tot. Er ist auferstanden!“ [ein weiteres Teelicht anzünden]
„Auferstanden? Was bedeutet das?“
„Jesus lebt! Er ist stärker als der Tod. Er ist immer bei euch.“ [weiteres Teelicht anzünden]
Die Frauen sind ganz durcheinander. So sehr freuen sie sich. Jesus lebt! [weiteres Teelicht anzünden]
Dann laufen sie los. Ganz außer Atem kommen sie an dem Haus an, in dem die Freunde von Jesus sind. „Jesus lebt!“ rufen sie schon von weitem. „Ihr braucht nicht mehr traurig zu sein! Er ist auferstanden!“ Jesu Freunde können es kaum glauben. Aber dann fühlen sie, wie auch sie sich immer mehr freuen. Jesus ist auferstanden! [Teelicht anzünden] Er lebt! [Teelicht anzünden]
Dann laufen auch sie los. Sie erzählen es den Nachbarn und Freunden: Wir sind nie mehr allein! [Teelicht anzünden] Jesus ist immer bei uns! [Teelicht anzünden] Er lebt! [Teelicht anzünden] Er ist auferstanden! [Teelicht anzünden]

Wenn Du magst…
… Zünde für dich und deine Familie eine Kerze an dem Teelicht auf dem Stein an. Das ist Eure Osterkerze. Ihr könnt sie immer wieder anzünden (z.B. sonntags) und Euch daran erinnern, dass Jesus lebt, dass er immer bei Euch ist. Du kannst diese Kerze (bei Gelegenheit) auch noch verzieren.
… singe mit deinen Eltern „Wir wollen alle fröhlich sein“ (Gesangbuch 100; https://bit.ly/3bDk1FK; zum Hören: https://bit.ly/39ubdAH). [„Halleluja“ ist hebräisch und bedeutet „Gelobt sei Gott“.]
… Danke Gott für alles, was gut ist in deinem Leben.

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